DRK Rettungshundestaffel Hochschwarzwald

Die Spezialisten 

Alle Rettungshunde verfügen über einen besonders sensiblen Geruchssinn. Ein Mensch hat ca. fünf Millionen Riechzellen. Ein Schäferhund verfügt im Vergleich dazu über 220 Millionen Riechzellen.

Für ihre verantwortungsvolle Suchaufgabe nach vermissten oder verschütteten Menschen werden die Rettungshunde speziell ausgebildet und trainieren unter realistischen Bedingungen.

Die Ausbildung für einen Rettungshund nimmt in der Regel ca. zwei Jahre in Anspruch. Am Ende der Ausbildung steht eine Prüfung, die alle 18 Monate wiederholt werden muss.

 

 

Flächensuche

Ein Mensch wird vermisst. Z.B. verwirrte, orientierungslose an Alzheimer- und Demenz erkrankte oder suizidal veranlagte Personen, Kinder sind nicht auffindbar oder Wanderer sind nicht am vereinbarten Ort angekommen. Immer wenn vermutet werden muss, dass sich ein Mensch in hilfloser Lage irgendwo im Gelände befindet sind die Flächenhunde einsatztaktisch primär das sinnvollste Einsatzmittel für eine schnelle Suche.

Ein Flächenhundeteam sucht freilaufend, selbständig ein zugewiesenes Gebiet ab. Die Effizienz eines einzigen Suchhundes lässt sich an einer Suchkette von 30-40 Menschen messen.

Hat der Hund eine vermisste Person gefunden, zeigt er diese je nach Arbeitsweise und Ausbildung als 'Verbeller', 'Rückverweiser' oder 'Bringsler' seinem Hundeführer an.

Ein Verbeller zeigt durch bellen direkt bei der gefunden Person seinem Hundeführer an, dass er die Person gefunden hat.

Ein Rückverweiser kommt zu seinem Hundeführer zurück sobald er eine Person gefunden hat und führt ihn auf direktem Weg zur vermissten Person zurück.

Ein Bringsler führt an seinem Halsband ein "Bringsel" mit sich, welches er sobald er eine Person gefunden hat mit dem Fang aufnimmt, zum Hundführer zurückkehrt und diesen zur vermissten Person führt.

 

 

 

Mantrailing

Mantrailing ist eine besondere Art der Personensuche. Der Hund verfolgt zielsicher die Spur einer vermissten Person anhand deren Individualgeruch. Die Geruchsgegenstände werden von den Hundeführern ausgewählt. Dazu können Gegenstände aus der Wohnung wie Kopfkissenbezüge, Kämme oder Bürsten, genauso wie Brillen oder viele andere Dinge verwendet werden. Handelt es sich beim "Abgangspunkt" (Ort der letzten gesicherten Sichtung der vermissten Person) um ein Fahrzeug, wird oft auch nur mit einem frischen Papiertaschentuch über den Sitz gewischt. So können die Geruchspartikel der Person aufgenommen werden.

Der Hund muss der Spur in jedem Gelände, in der Stadt, auf Asphalt und im Wald folgen und eine Person aus einer Menge von Menschen herausfinden können. Es spielt keine Rolle ob die Person zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto bei offenem Fenster unterwegs ist.

Der Mantrailer zeigt die Person durch Anspringen und/ oder Vorsitzen und/ oder Verbellen an. Einsatztaktisch ist die Mantrailerarbeit eine Ergänzung zu den Flächensuchhundeteams.

 

 

 

 

Lawinensuche 

Die schneereichen Winter des Hochschwarzwaldes mit den beliebten aber auch gefährlichen Skitourengebieten Feldberg und Belchen stellen bei Lawinenabgängen eine zusätzliche Herausforderung an die Rettungshundestaffel.

Alpinistisches Skitourengehen, Schnee- und Lawinenkunde sind für eine Ausbildung zum Lawinenhundeteam Grundvoraussetzung. Zusätzliche Fortbildungen und Trainingseinheiten erfolgen bei Lehrgängen und Treffen in der Schweiz und Österreich.

 

 

 

Trümmersuche 

Die Arbeit der Trümmerhunde ist vor allem durch die Berichterstattungen der Medien bei Naturkatastrophen in den Erdbebenregionen bekannt. In den europäischen Regionen sind meist Gasexplosionen der Anlass für Einsätze von Trümmerhunden.

Die Ausbildung erfolgt bevorzugt auf wechselnden Abrissgeländen mit Abruchgebäuden, unter möglichst realistischen Bedingungen. Anfangs auch in den gängigen Zivilschutzeinrichtungen. Die Teams lernen vorhandene Schadenslagen zu erkennen und einzuschätzen.
 
Es braucht starke Nerven um unter Zeitdruck und dem Wissen möglicher Gefahren arbeiten zu können. Die Arbeit in Trümmerschadensgebieten verlangt von Hund und Hundeführer enorme Konzentration und Disziplin. Sie dürfen sich bei Ihrer Arbeit durch nichts ablenken und beinflussen lassen. Nur wenige Spezialisten stellen sich diesen physischen und psychischen Belastungen. 

 

 

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